Saarland braucht Nahmobilitätsstrategie - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Saarland braucht Nahmobilitätsstrategie

Fuß- und Radverkehr stärker in den Blick nehmen

Vor dem Hintergrund der nur schleppend vorankommenden Verkehrswende fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel eine umfassende Nahmobilitätsstrategie für das Saarland. Obwohl viele Wege lediglich kurz seien, gebe es oft keine wirkliche Alternative zum Auto. Das müsse sich dringend ändern. Notwendig sei ein strategischer und inhaltlicher Rahmen mit klaren Zielen, Maßnahmen und Instrumenten, um auf kurzen Distanzen innerhalb von Orten und zwischen Orten den Fuß- und Radverkehr zu fördern.

„Viele Wege, die täglich zurückgelegt werden, sind nur von kurzer Distanz innerhalb einer Stadt, eines Ortes oder zwischen Orten: ob zum Supermarkt, zum Arzt oder zum Sportplatz. Trotzdem gibt es oft auch auf kurzen Wegen keine Alternative zum Auto, weil beispielsweise Radwege fehlen oder zugeparkt sind, keine Busse fahren oder Gehwege zu eng und uneben für Rollatoren sind. Dabei beeinträchtigt der Autoverkehr oft auch die Lebensqualität durch Lärm und Abgase, durch zugeparkte Straßen und Gehwege und letztlich weniger Grünfläche. Gerade junge Menschen sind oft auch gar nicht mehr bereit, ihren Lebensstandard zur Finanzierung eines Autos zu senken“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen.

Der Grünen-Politiker fordert eine Nahmobilitätsstrategie für das Saarland. Tressel: „Im saarländischen Verkehrsministerium spielt Nahmobilität bisher so gut wie keine Rolle. Wer die Verkehrswende ernst nimmt, muss vor der Haustür auf dem Gehweg anfangen. Die Landesregierung muss durch eine Nahmobilitätsstrategie die politischen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, damit vor Ort in den Städten und Gemeinden der Fuß- und Radverkehr endlich vorankommen kann. Insbesondere bietet sich dazu ein Förderprogramm für die Kommunen für investive Maßnahmen, um die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

Notwendig sei ein umfassendes Maßnahmenbündel. Tressel: „Wir brauchen Strukturen, die den Fuß- und Radverkehr fördern, beispielsweise sollten Straßen künftig von außen nach innen geplant werden, so dass zuerst der Raum für den Fuß- und Radverkehr festgelegt wird. Gerade in engen Ortskernen weichen viel zu oft die Gehwege der Straße. Knotenpunkte sind für alle Verkehrsteilnehmer besser zu gestalten, indem beispielsweise Bordsteine abgesenkt und Ampeln gleichberechtigt geschaltet werden. Wir brauchen neue Querungen und Durchlässe. Zudem muss die Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern, wie Bus und Bahn, besser werden.“

Tressel verweist in diesem Rahmen auch auf weitere Vorteile einer gelungenen Nahmobilität: „Gibt es mehr Fußgänger und Radfahrer, werden unsere Städte und Dörfer wieder lebendiger. Lebendige Orte sind lebenswert und tragen nicht zuletzt auch zu einem gesteigerten Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum bei. Hinzu kommen viele weitere Vorteile: Der Flächenverbrauch wird reduziert, es muss weniger Verkehrsfläche unterhalten werden, Klima und Umwelt werden geschützt sowie die lokale Wertschöpfung gestärkt. Nahmobilität ist zudem auch sozial, da für jedermann nahezu ohne Hürden zugänglich und bezahlbar.“