Corona-Krise: Gemeinnützige Häuser drohen durch das Hilfsraster zu fallen

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Markus Tressel MdB, hat vor einer existenziellen Krise bei den Jugendherbergen in Deutschland gewarnt. Jugendherbergen und andere gemeinnützige Beherbergungs- und Tagungsstätten drohen durch das Raster der Hilfe des Bundes und der Länder zu fallen. Zwar könnten die rund 4500 Mitarbeiter alleine beim DJH von Kurzarbeitsregelungen profitieren, viele andere Unterstützungsleistungen allerdings seien auf gewerbliche Unternehmen zugeschnitten und für die gemeinnützigen Beherbergungsbetriebe nicht nutzbar. Rücklagen seien aufgrund des Gemeinnützigkeitsrechtes nur begrenzt vorhanden. Währenddessen liefen die Kosten etwa für Kredite und die Unterhaltung der Häuser aber weiter. Tressel fordert direkte Hilfen zum Erhalt dieser gemeinnützigen Häuser und der Strukturen.


Markus Tressel erklärt hierzu:„Die Tourismuswirtschaft ist insgesamt in großen Schwierigkeiten. Den gewerblichen Unternehmen stehen unterschiedliche Hilfsangebote zur Verfügung. Die Jugendherbergen und andere gemeinnützige Häuser drohen hierbei völlig unter die Räder zu kommen, weil viele Hilfsprogramme des Bundes und der Länder nicht auf sie anwendbar sind. Der Erhalt der Jugendherbergen ist aber nicht nur aus sozialen Gründen geboten, weil sie Familien und Jugendgruppen ein hochkarätiges Urlaubsangebot zu guten Preisen machen, sondern auch aus regionalwirtschaftlichen Gründen. Jugendherbergen und Gästehäuser schaffen Arbeit und touristische Wertschöpfung auch in weniger touristisch entwickelten Regionen und Städten. Sie sind deshalb von hoher gesellschaftlicher Wichtigkeit und müssen im Bestand gesichert werden.“ 
Der Bund, so Tressel weiter, müsse angesichts von Nulleinnahmen bei hohen Kosten den Trägern dieser Häuser schnellstmöglich Zugang zu den Liquiditätshilfen des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglichen, unabhängig von der Rechtsform: „Der besonderen gesellschaftsrechtlichen Situation der Jugendherbergen muss hier Rechnung getragen werden. Es wäre regionalpolitisch fatal, wenn die Jugendherbergen diese Krise in der jetzigen Form nicht überleben würden.“ Gleichzeitig müsse der Bund dafür sorgen, dass die gemeinnützigen Träger von Beherbergungs- und Bildungseinrichtungen möglicherweise notwendige Kredite entsprechend vom Bund abgesichert bekommen und damit neue Möglichkeiten der Finanzierung ermöglichen.