Leere Sitzplätze im ÖPNV

Fahrplanwechsel: Verkehrsangebot auch im Saarland ausbauen

Tressel kritisiert weitgehenden Stillstand beim Angebotsausbau

Anlässlich des heutigen Fahrplanwechsels fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel einen deutlichen Angebotsausbau im ÖPNV. Während andere Bundesländer ihr Zugangebot ausbauten, so Tressel, stagniere das Verkehrsangebot im Saarland. Der Fahrplanwechsel sei eine herbe Enttäuschung für alle, die auf mehr Verbindungen gehofft hätten.

„Nachdem die Landesregierung letzten Dezember sogar Zugverbindungen auf der Strecke zwischen Saarbrücken und St. Wendel zusammengestrich, stagniert nun das Zugangebot zum heutigen Fahrplanwechsel auf diesem Niveau. Spürbare Verbesserungen auf der Schiene sind weit und breit nicht in Sicht. Auch bei den vom Land bestellten Regiobussen gibt es abgesehen von ein paar zusätzlichen Fahrten auf der Linie R13 keine signfikanten Fortschritte. Der Fahrplanwechsel ist auch dieses Jahr wieder eine herbe Enttäuschung für alle, die auf mehr und bessere Verbindungen gehofft haben“, kritisiert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Andere Bundesländer hingegen nutzten auch dieses Jahr wieder den Fahrplanwechsel, um ihr Nahverkehrsangebot deutlich auszuweiten. Tressel: „Gerade im Saarland bräuchten wir weitere Taktverdichtungen, insbesondere auf den Hauptachsen zwischen Merzig und Homburg sowie zwischen Saarbrücken und St. Wendel. Zudem sollten die Takte vieler Regiobus-Linien, die das Schienennetz ergänzen, verstärkt werden.“ Außerdem werde das ÖPNV-Angebot abends oft zu früh eingestellt. „Von Saarbrücken fährt der letzte Zug in Richtung Zweibrücken beispielsweise schon kurz schon nach 21 Uhr. Wir brauchen bessere Spät- und Nachtverbindungen. Wer Abendtermine hat oder Schichtarbeit leistet, hat oft das Nachsehen.“

Der Grünen-Politiker fordert einen umfassenden Kurswechsel in der saarländischen Verkehrspolitik mit einem garantierten Zugang zu einem regelmäßigen und verlässlichen Nahverkehrsangebot. Tressel: „Bahn und Bus, sowie das Fahrrad und andere alternative Verkehrsträger, müssen endlich in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik rücken. Würde Verkehrsministerin Rehlinger hier das gleiche Engagement zeigen, wie beim Bau von Umgehungsstraßen, wäre das Saarland deutlich weiter.“ Der fehlende Angebotsausbau wirke sich zunehmend nachteilig für das Saarland aus. „Der Wirtschaftsstandort und die Menschen leiden unter Lärm, Abgasen und Staus, gerade im Ballungsraum zwischen Dillingen, Saarbrücken und Neunkirchen/Homburg. Junge Fachkräfte ziehen lieber in Regionen mit einem guten und eng getakteten ÖPNV-Angebot.“

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