Jeder fünfte Fernverkehrszug in Saarbrücken deutlich zu spät - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Fernzüge: Saarland profitiert erneut nicht vom Angebotsausbau

Grünen-Anfrage: Keine Verbesserungen zum Fahrplanwechsel geplant

Während das ICE-Angebot zum Fahrplanwechsel bundesweit weiter ausgebaut wird, soll es auch im kommenden Jahr keine Angebotsverbesserungen im Saarland geben. Dies geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage des saarländischen Bundestagsabgeordneten und Grünen-Landeschefs Markus Tressel hervor. Tressel appelliert an Bund und Bahn, die für das Jahr 2029 angekündigte Fernverkehrsstrategie vorzuziehen. Auch das Saarland müsse vom ICE-Angebotsausbau und den neuen Rahmenbedingungen mit mehr Investitionen so schnell wie möglich profitieren. Verkehrsministerin Rehlinger müsse dies zum Thema auf der am Mittwoch beginnenden Verkehrsministerkonferenz machen.

„Wie mir das Bundesverkehrsministerium auf meine Anfrage mitteilt, sind zum Fahrplanwechsel keine Verbesserungen bei der Fernverkehrsanbindung des Saarlandes geplant. Angebotsverbesserungen sollen lediglich in Abhängigkeit der Nachfrage geprüft, statt jetzt zum Fahrplanwechsel in die Tat umgesetzt werden. Während bundesweit der Angebotsausbau weitergeht und teilweise sogar auf einen Halbstundentakt verdichtet wird, stagniert die Fernverkehrsanbindung des Saarlandes weiter auf niedrigem Niveau“, kritisiert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker appelliert an Bund und Bahn, die für das Jahr 2029 geplante Fernverkehrsstrategie vorzuziehen. Tressel: „Auch das Saarland muss von den veränderten Rahmenbedingungen mit mehr Investitionen und dem Vorhaben, die Reisendenzahl zu verdoppeln, profitieren. Wir können nicht noch ein Jahrzehnt auf bessere Fernverkehrsverbindungen warten. Die neuen Verbindungen müssen so schnell wie möglich aufs Gleis und dann in den Folgejahren weiter konsequent ausgebaut werden.“

Verkehrsministerin Rehlinger müsse sich in Berlin mit Nachdruck dafür einsetzen und dies auch zum Thema auf der Verkehrsministerkonferenz machen, die am Mittwoch beginnt. Tressel: „Wenn das Saarland die Großkundenschnittstelle für die Fahrzeugzulassung zum Thema auf der Verkehrsministerkonferenz macht, aber die Fernverkehrsanbindung als eines die drängendsten Probleme nicht auf die Tagesordnung setzt, hat man offenbar im Saar-Verkehrsministerium den Handlungsbedarf immer noch nicht erkannt. Mit halbherzigen Lippenbekenntnissen setzt man keinen Zug aufs Gleis.“

Tressel fordert Rehlinger zudem auf, auch Gespräche mit Bahn-Wettbewerbern wie Flixmobility („Flixtrain“) oder der Luxemburger Staatsbahn für eine bessere Saarland-Anbindung zu suchen. „Es wird Zeit, dass endlich was passiert und dabei kann man auch mal über den Tellerrand schauen. Hier könnte man parallel zur Deutschen Bahn auch den Kontakt mit Flixmobility und der luxemburgischen Staatsbahn (CFL) suchen. So fährt schon seit drei Jahren ein Zug zwischen Luxemburg und Düsseldorf.“

Die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf die Schriftliche Frage von Markus Tressel MdB finden sie hier.