Saarland muss Waldschutzgebiets-Ziel einhalten - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Grünen-Anfrage: Klimawandel längst im Saarland angekommen

Tressel fordert von Saar-GroKo Bewegung beim Klimaschutz

Zwischen den Jahren 1951 und 2018 haben sich die Schneetage im Saarland um 14,4 Tage verringert. Die Frosttage im Saarland sind im linearen Trend um 22,6 Tage zurückgegangen, die heißen Tage zugleich um 7,7 Tage angestiegen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des saarländischen Bundestagsabgeordneten und Grünen-Landeschefs Markus Tressel hervor. Der Grünen-Politiker fordert die Saar-GroKo nachdrücklich auf, sich angesichts der dramatischen Entwicklung, die auch dem saarländischen Umweltministerium bekannt sein dürfte, nicht länger aus der landespolitischen Verantwortung für den Klimaschutz zu stehlen. Notwendig seien verbindliche Klimaziele für das Saarland, die in einem Klimaschutzgesetz verankert werden müssten.

„Wie mir die Bundesregierung mitteilt, sind während der Jahre 1951 und 2018 die Frosttage mit Temperaturen unter null Grad im Saarland stark um 22,6 Tage zurückgegangen, während die Heißen Tage mit Temperaturen über 30 Grad um 7,7 Tage angestiegen sind. Zugleich haben sich die mittlere Anzahl der Tage mit einer Schneedecke von mindestens einem Zentimeter bei hoher zeitlicher Variablität um 14,4 Tage deutlich verringert“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen. Auch für die Landwirtschaft mache sich der Klimawandel stark bemerkbar. „Die Bodenfeuchtwerte verringern sich seit 1961, dem ersten Jahr der Erhebung, kontinuierlich.“

Obwohl die Entwicklung der Landesregierung detailliert bekannt sein dürfte, stehle sich diese nach wie vor aus der landespolitischen Verantwortung für den Klimaschutz. Tressel: „Die Saar-GroKo macht den Eindruck, als sei die Klimakrise mit all ihren Folgen noch nicht im Saarland angekommen.“ Dabei sei das Land in einer ganz besonderen Verantwortung. „Der CO2-Ausstoß ist im Saarland fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, beispielsweise verursacht durch die extrem hohe PKW-Dichte.“

Tressel fordert die Saar-GroKo nachdrücklich auf, ihre langjährige Blockadehaltung gegen ein Klimaschutzgesetz endlich aufzugeben. Tressel: „Wir brauchen klare Klimaziele, die rechtlich verbindlich in einem Klimaschutzgesetz verankert werden müssen und durch einen entsprechenden Klimaschutzplan zu erreichen sind. CDU und SPD dürfen den Klimaschutz im Saarland nicht länger blockieren. Die damalige Grünen-Fraktion hat bereits 2015 einen entsprechenden Gesetzentwurf dazu vorgelegt.“

Auswertung der Amfrage:

Entwicklung der Zahl Heißer Tage/Frosttage

Hier zeigt der Trend eindeutig nach oben: Der lineare Trend weist von 1951 bis 2018 einen Anstieg der Zahl der heißen Tage um 7,7 Tage aus. Die Anzahl der Frosttage ist im gleichen Zeitraum um 22,6 Tage zurückgegangen.

Bodenfeuchte

Die Feuchtigkeit des Bodens ist an allen drei saarländischen Stationen zwischen 1961 und 2019 zum Teil deutlich zurückgegangen. Die Anzahl der Tage mit einer Bodenfeuchte unter 40% der Feldkapazität ist an mindestens zwei Messstationen angestiegen.

Schneetage

Die Zahl der Tage mit Schneedecke höher/gleich 1 cm ist im linearen Trend von 1951 bis 2018 um 14,4 Tage gesunken.

Waldbrandgefahr

Die Waldbrandgefahr ist zwischen 1961 und 2019 massiv gestiegen. Die Anzahl der Tage, an denen im Zeitraum von März bis Oktober die Gefahrenstufe 4-5 aufgetreten sind ist in allen Messstationen linear zum Teil massiv angestiegen.

Einsätze THW

Interessant ist die relativ dichte Anforderung des THW zu den Einsätzen im Bereich Hochwasser in Bächen und Flüssen, Starkregen, Hochwasser durch Starkregen.

Hier finden Sie die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von Markus Tressel. Den Gesetzentwurf für ein Klimaschutzgesetz von der ehemaligen Grünen-Landtagsfraktion finden Sie auf der Internetseite des Landtags.