Grünen-Anfrage: Nur noch 41 Prozent der Saar-Auen überflutbar

Tressel fordert Landesprogramm zur Revitalisierung von Auen

Lediglich 41 Prozent der ehemaligen Auenflächen entlang der Saar im Saarland sind bei Hochwasser noch überflutbar. Dies geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage des saarländischen Bundestagsabgeordneten und Grünen-Landeschefs Markus Tressel hervor. Der Grünen-Politiker fordert ein Landesprogramm zur Revitalisierung von Auen, um wieder mehr überflutbare und ökologisch hochwertige Auenfläche zu bekommen.

„Wie mir das Bundesumweltministerium mitteilt, sind entlang des saarländischen Abschnitts der Saar nur noch 41 Prozent der ehemaligen Auenfläche bei Hochwasser überflutbar. Die verbliebenen Auen werden überwiegend den beiden letzten Zustandsklassen 4 (stark verändert) und 5 (sehr stark verändert) zugeordnet. Nur wenige kurze Abschnitte weisen die Zustandsklasse 3 (deutlich verändert) auf. Die Zustandsklassen 1 und 2 finden sich gar nicht mehr“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker fordert daher ein Landesprogramm zur Revitalisierung von Auen. Tressel: „Das Bundesamt für Naturschutz hat in einer Studie belegt, dass Revitalisierungen von Auen sehr erfolgreich sein können. Mit einem Landesprogramm zur Revitalisierung von Auen könnte das Land einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt leisten und zugleich etwas für den Hochwasserschutz unternehmen.“ Zugleich müsse sichergestellt werden, dass es zu keiner Zerstörung von Auen im Saarland mehr kommt. „Der Bau einer B423-Umgehung durch die Bliesaue wäre ein schwerer Fehler, den man unbedingt vermeiden muss.“

Auen, die regelmäßig überflutet werden, gehören zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt und besitzen ein großes Potenzial für durchgehende Biotopverbünde. Zudem spielen Auen für den vorsorgenden Hochwasserschutz infolge der Klimakrise eine entscheidende Rolle.

Hier finden Sie die Antwort des Bundesumweltministeriums auf die Schriftliche Frage von Markus Tressel MdB.