Strukturhilfe-Aus - Bund bei der regionalen Daseinsvorsorge in die Pflicht nehmen - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Innerdeutsche Destinationen auf Konzentration des Sommerurlaubs vorbereiten

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Tressel MdB, hat gefordert, die deutschen Binnendestinationen besser auf erwartete Besucherspitzen im Sommer durch eine Auslandsreisezurückhaltung der Deutschen vorzubereiten. Die zu erwartende höhere Zahl von Reisenden innerhalb Deutschlands müssten aufgrund der Corona-Pandemie auch mit Marketingmaßnahmen in bisher weniger frequentierte Destinationen gelenkt werden, um entsprechende Freiräume zu schaffen und einhalten zu können.

Der Grünen-Politiker sagte dazu: „Da leider davon auszugehen ist, dass im Sommer Auslandsreisen mindestens in geringerem Ausmaß möglich sein werden, wird sich ein großer Teil des Sommerreisegeschäftes auf Deutschland konzentrieren. Gerade beliebte deutsche Urlaubsziele laufen daher aber Gefahr, bei einer Überfrequentierung mögliche Abstandsregelungen schwerer einhalten zu können.  Bund und Länder müssen deshalb in den kommenden Wochen neben den Vorbereitungen in den Regionenauch eine Dezentralisierungsstrategie entwerfen, die ein Marketing- und Unterstützungspaket für alle touristischen Regionen enthalten muss. Es gibt nicht nur die Nord- und die Ostsee und die Alpen. Wir haben in Deutschland tolle Destinationen, die normalerweise nicht so sehr im Fokus stehen. Das müssen wir gezielt kommunizieren und diesbezüglich eine regelrechte Informationsoffensive starten. Dann kann dieser Sommer auch eine Chance für viele Regionen werden.“

Die Reisewelt müsse jetzt in ihrer ganzen Breite wahrgenommen werden und muss auch hinsichtlich der Unterbringung in ihrer Vielfalt genutzt werden: „Neben dem klassischen Hotel müssen die Ferienwohnungen, die Jugendherbergen und Schullandheime, Berghütten, Bauernhöfe, Campingplätze und weitere Möglichkeiten genutzt werden. Bundes- und Landesregierungen müssen jetzt dafür sorgen, dass sie alle trotz der Krise für den Sommer und einen erwartbaren größeren Besucherandrang gerüstet und ausgestattet sind.“

Es könne aber keine Pauschalregelung hinsichtlich des Sommerurlaubs geben, betont Tressel: „Deswegen halte ich es für sinnvoll, die Branche differenziert und flexibel zu betrachten und immer neu zu untersuchen, welche Teile des Tourismus auch bei weitgehenden Kontaktbeschränkungen wieder funktionieren können. Die Lockerungen der Einschränkungen müssen schrittweise durchgeführt werden. Bund und Länder müssen klare Kriterien abstimmen und die Richtung vorgeben. Denkbar sind zum Beispiel Ausflugs- oder Reisemöglichkeiten an der frischen Luft mit großen Freiräumen, Wander,- oder Fahrradreisen, Besuche im National- oder Naturparken und Biosphärenreservaten. Unser Land ist vielfältig. Dieser Vielfalt müssen wir auch in der Bewertung gerecht werden, sofern es epidemiologisch vertretbar ist.“