Persönliche Erklärung von Markus Tressel, MdB

  • Home
  • Persönliche Erklärung von Markus Tressel, MdB

In den kommenden Wochen stehen auch bei uns Entscheidungen an, mit welcher Aufstellung wir in die vor uns liegenden Wahlkämpfe ziehen. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, mich bei der Bundestagswahl im September 2021 nicht erneut um ein Mandat zu bewerben. Nach nunmehr 21 Jahren – also fast der Hälfte meines bisherigen Lebens- in verschiedenen Positionen auf der Kommunal-, Landes- und Bundesebene, darunter fast zehn Jahre Gemeinderat, zwölf Jahre als Abgeordneter im Bundestag, fünfzehn Jahre als Generalsekretär und vier Jahre als Landesvorsitzender der saarländischen Grünen möchte ich mich vor allem aus familiären Gründen einer neuen Phase meines beruflichen Lebens widmen und neue Herausforderungen und Projekte angehen, die mir mehr Zeit, Raum und Privatheit für meine Familie lassen.

Wieso jetzt? Die „Vollbremsung“ der Corona-Pandemie hat meiner Familie und mir deutlich gemacht, dass meine Frau und meine Kinder vor allem in den extrem intensiven letzten vier Jahren zeitlich zu sehr an den Rand geraten sind, während die Politik in diesen bewegten Zeiten immer mehr Raum eingenommen hat. Neben dem Bundestagsmandat, das schon alleine mindestens 150% Prozent Einsatz erfordert, und ohne die inhaltliche Flankierung durch eine Landtagsfraktion und weiteres hauptamtliches Personal hat in dieser Zeit die Landespartei immer besondere Aufmerksamkeit und hohes Engagement erfordert, z.B. bei der der Kommunalwahl 2019. Dabei konnten wir die besten kommunalen Ergebnisse unserer Geschichte im Land erreichen und sind heute fast flächendeckend in den Räten vertreten.

Wer mich kennt weiß, dass mir dieser Schritt nicht leichtfällt. Ich habe in den letzten beiden Jahrzehnten viel Arbeit, Herzblut und Ideen eingebracht, es gab Erfolge und Niederlagen bei Wahlen, inhaltlich konnten wir aber immer mit engagierten Menschen -auch über die Partei hinaus- Dinge bewegen, wie z.B. die Verhinderung des geplanten Großkraftwerks in Ensdorf 2007. Das hat mich dauerhaft begeistert und motiviert, ebenso wie die vielen ehrenamtlich Aktiven, die die Partei stets am Laufen gehalten haben, in guten und auch in weniger guten Tagen. Eines war mir aber auch immer klar: Ein politisches Mandat mit all seinen großen Herausforderungen -auch und gerade für die eigene Familie- kann und sollte keine „Lebensaufgabe“ und kein Selbstzweck sein. Deshalb ist es mir ein Bedürfnis nach fünf Bundestagswahlen, davon dreien als Spitzenkandidat, und vier Landtagswahlen, diesen Schritt jetzt zu gehen.

Nach vier Jahren der Konsolidierung und des Neuaufbaus der Partei im Saarland in Folge der verlorenen Landtagswahl 2017 stehen wir jetzt an einem Punkt, an dem die Weichen für die kommenden Jahre gestellt werden und das aus einer Position relativer Stärke heraus. Die Zustimmungswerte sind auch im Saarland gut und stabil, die Partei kann auf ein großes Reservoir an engagiertem Personal zurückgreifen. Meine Entscheidung ist deshalb keinesfalls eine Entscheidung gegen die Grünen, sondern vor allem eine Entscheidung für mehr Raum für meine Familie und neue Herausforderungen! Und es ist auch ein Vertrauensbeweis an die vielen jungen und engagierten Politiker:innen, die wir Grüne haben und die jetzt mehr Verantwortung übernehmen sollten.

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich bleibe im Team und helfe, wo meine Hilfe gefragt ist. Bis zum Ende der Wahlperiode des Bundestages werde ich selbstverständlich mein Mandat mit vollem Einsatz und großer Freude wahrnehmen. Ich werde mich darüber hinaus ganz sicher auch weiterhin ehrenamtlich einbringen und helfen, die Grünen voranzubringen, auch weil es gerade jetzt starke Grüne braucht, vor allem im Saarland.

Mit herzlichen grünen Grüßen

Markus

X