Personalnotstand: Corona-Ausfallkonzept erarbeiten

Tressel fordert Aufklärung durch Gesundheitsministerin Bachmann

Als Reaktion auf den bekannt gewordenen Personalnotstand im Niedaltdorfer Pflegeheim, wonach lediglich fünf der 29 Pflegekräfte einsatzfähig gewesen sein sollen, fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel von Gesundheitsministerin Bachmann ein landesweites Corona-Ausfallkonzept, um die Personalisierung der Pflegeheime jederzeit gewährleisten zu können. Notwendig sei etwa ein zentraler Personalpool mit einer Pflege-Feuerwehr. Der Grünen-Politiker fordert zudem umfassende Aufklärung darüber, wieso trotz Tätigwerden der Heimaufsicht die Personalisierung offenbar nicht sichergestellt worden ist.

„Obwohl die Heimaufsicht laut Gesundheitsministerin Bachmann seit Tagen vor Ort sei, herrschte wohl auch gestern noch absoluter Ausnahmezustand. Offenbar blieb dem Pflegeheim nichts anderes übrig, als mit einem öffentlichen Hilfeschrei über Facebook die Bevölkerung um Hilfe zu bitten. Wieso das Ministerium die Personalisierung in einer Notmaßnahme nicht umfassend sichergestellt hat, bleibt unklar. Personalengpässe in Pflegeheimen wegen Corona-Fällen und Quarantänemaßnahmen waren absehbar. Ich erwarte von Ministerin Bachmann jetzt umfassende Aufklärung“, fordert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker fordert die Landesregierung auf, Vorsorge zu treffen. Niedaltdorf dürfe sich nicht wiederholen. Tressel: „Offenbar war das Gesundheitsministerium nicht vorbereitet und völlig überfordert. Wir brauchen ein landesweites Corona-Ausfallkonzept, um die Personalisierung der Pflegeheime auch in Notsituationen jederzeit sicherstellen zu können. Möglich ist etwa ein zentraler Personalpool mit Fachkräften, die bereit sind in Notlagen einzuspringen. Die Pflege und Betreuung der Heimbewohner muss zu jeder Zeit vollumfänglich gewährleistet sein.

Es darf nicht mehr so weit kommen, dass ein Pflegeheim keinen anderen Ausweg sieht, als die Bevölkerung um Hilfe zu bitten. Es ist absolut vorbildlich, wenn Freiwillige in einer schwierigen Situation in Pflegeeinrichtungen als Arbeitskräfte einspringen. Zum Standard darf das aber nicht werden, zumal man zwischen erster und zweiter Welle Zeit gehabt hätte, Notfallplanungen anzupassen. Bachmann und ihr Staatssekretär sind unterdessen mitten in einer Gesundheitskrise fast völlig von der Bildfläche verschwunden.“