Missbrauchsverdacht am UKS Grüne fordern Klärung der politischen Verantwortung - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Saartoto: Postenvergabe nach Parteibuch beenden

GroKo verpasst Chance für klaren Schnitt nach LSVS-Krise

Der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel hat den Wechsel des SPD-Politikers Pauluhn an die hochdotierte Saartoto-Spitze scharf kritisiert. Trotz der Erfahrungen aus der LSVS-Krise machten CDU und SPD mit ihrer Selbstversorgungspolitik einfach weiter und verteilten Versorgungsposten paritätisch unter sich. Der Grünen-Politiker fordert einen klaren Schnitt bei Saartoto und warnt vor einem weiteren Vertrauensverlust in die demokratischen Institutionen.

„Offenbar haben CDU und SPD aus der Krise des Landessportverbandes nichts gelernt, wenn nun wieder einmal ein SPD-Politiker mit einem hochdotierten und eigentlich überflüssigen Geschäftsführerposten bei Saartoto fürstlich versorgt wird. Die Vereinnahmungs- und Selbstversorgungspolitik geht nun auch bei der LSVS-Tochter einfach so weiter, als sei nichts passiert“, kritisiert Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Tressel drängt auf einen klaren Schnitt bei Saartoto mit einer Entpolitisierung. „Zur Führung von Saartoto mit dem ohnehin rückläufigen Glücksspielgeschäft reicht ein Geschäftsführer völlig aus. Das eingesparte Geld stünde dann kulturellen oder sozialen Projekten zur Verfügung. Gerade in der Corona-Krise wäre das mal ein starkes Signal gewesen. Zudem muss es selbstverständlich sein, den Geschäftsführerposten auszuschreiben und strikt nach fachlichen Kriterien zu besetzen.“

Der Grünen-Politiker fordert CDU und SPD auf, ihre seit Jahrzehnten gewachsene Versorgungspolitik auch in anderen Bereichen zu beenden. Tressel: „Saartoto ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Wir brauchen neben strengeren Regeln, etwa für die fachliche Eignung, auch insgesamt eine neue politische Kultur bei der Postenbergabe. Die Selbstversorgungspolitik trägt massiv zum Vertrauensverlust in die demokratischen Institutionen bei. Niemand muss sich wundern, wenn die Poliktikverdrossenheit weiter ansteigt.“

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