Fernverkehr Taten statt leerer Phrasen, Herr Ministerpräsident - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Tressel: Bahnhöfe brauchen mehr Investitionen

Anfrage bestätigt unzureichende Ausstattung vieler Bahnhöfe im Saarland – Bahnhöfe zu echten intermodalen Mobilitätsstationen entwickeln

Eine parlamentarische Anfrage des saarländischen Bundestagsabgeordneten und Grünen-Landeschefs Markus Tressel hat erneut bestätigt, dass die saarländischen Bahnhöfe vielfach nicht für die Herausforderungen der Verkehrswende gerüstet sind. Neben Bequemlichkeitsaspekten sei die Barrierefreiheit ein wichtiger Knackpunkt. Immer noch erreichten die wenigsten Bahnhöfe im Saarland die Mindestanforderungen der barrierefreien Zugänglichkeit und Nutzbarkeit, die von Deutscher Bahn und Deutschen Behindertenrat gemeinsam erarbeitet worden sind. Landesweit fehlen ausreichend hohe Bahnsteige, Aufzüge, Rampen, taktile Leitsysteme, Stufenmarkierungen und Handlaufschilder. Sogar große Bahnhöfe wie Saarbrücken sind nicht vollumfänglich barrierefrei. Pinselrenovierungen reichten nicht aus, um eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung zu erreichen.

Tressel fordert eine Investitionsoffensive für die Bahnhöfe, die zunehmend wichtiger würden, wenn man tatsächlich eine Verkehrswende erreichen wolle: „ Die Ausstattung vieler Bahnhöfe und Haltepunkte ist nach wie vor völlig unzureichend. Das Nachsehen haben die Fahrgäste, die sprichwörtlich in der Kälte und im Regen stehen bleiben. Gerade alte und behinderte Menschen leiden darunter. Warteräume und Toiletten sind vielerorts nicht vorhanden. Schließfächer gibt es nur noch in Saarbrücken und Homburg. Soll die Bahn im Wettbewerb mit dem Auto attraktiv sein, ist solche Infrastruktur aber dringend notwendig. Attraktive Bahnhöfe und Haltepunkte, die einladen Zug zu fahren, sehen anders aus.“ Der barrierefreie Umbau laufe noch zu schleppend, wenn in den kommenden Jahren lediglich neun weitere Bahnhöfe umgebaut werden sollen.

„Wir brauchen eine Investitionsoffensive von Bund, Bahn, Land und Kommunen für attraktive Bahnhöfe, die im Rahmen der Mobilitätswende auch für ein steigendes Fahrgastaufkommen bestmöglich gerüstet werden müssen. Die intermodale Verknüpfung mit dem Auto bzw. dem Fahrrad muss durchweg hergestellt, die Chancen der Digitalisierung im Rahmen der Fahrgastinformation konsequent ergriffen, durchgängige Barrierefreiheit gewährleistet und mindestens an den großen Knotenpunkten zukünftig auch endlich notwendige Infrastruktur wie Wartebereiche, Sitzplätze, Toiletten oder Schließfächer selbstverständlich vorgehalten werden. Pinselrenovierungen, wie vielfach geplant, sind zwar sehr löblich, lösen aber alleine nicht die Grundproblematik.“

Auswertung der Anfrage (siehe unten):

Themenfeld: Umbau und Barrierefreiheit

  1. Lediglich 12 Prozent der Saar-Bahnhöfe sind weitreichend barrierefrei. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 88 Prozent der saarländischen Bahnhöfe weiterhin nicht vollständig barrierefrei sind (vgl. Antwort auf Fragen 4-6 und Anlage 2)
  2. Stufenfrei erreichbar sind 60 Prozent der Bahnhöfe (vgl. Antwort auf Fragen 4-6 und Anlage 2).
  3. Bis zum Jahr 2026 sollen neun weitere Bahnhöfe barrierefrei umgebaut werden sowie bis Frühjahr 2021 der Bahnhof Sulzbach fertig gestellt sein (vgl. Antwort auf Frage 7).

Themenfeld: Attraktivität

  1. Lediglich elf Bahnhöfe verfügen noch über eine Bahnhofshalle. Keine Halle ist beheizt, auch nicht an den großen Bahnhöfen. In St. Ingbert und St. Wendel gibt es zudem in der Halle keinen einzigen Sitzplatz (siehe Antwort auf Frage 15 bzw. Anlage 3)
  2. Lediglich sieben Bahnhöfe verfügen noch über Toiletten. Auch an größeren Bahnhöfen gibt es keine Toiletten (vgl. Antwort auf Frage 17).
  3. Fahrgastinformationsanlagen gibt es in Saarbrücken und Homburg. Alle anderen Bahnhöfe haben lediglich einfache Schriftanzeiger mit Lautsprecher (vgl. Antwort auf Frage 9, wobei die neuen Informationsanlagen in Neunkirchen noch unberücksichtigt sind)
  4. Schließfächer gibt es lediglich noch an den Bahnhöfen in Saarbrücken und Homburg (vgl. Antwort auf Frage 16).
  5. Lademöglichkeiten für E-Bikes gibt es noch an keinem Bahnhof im Saarland (vgl. Antwort auf Fragen 44 und 45)

Anfrage
Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3

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