Bahnstrecken im Saarland reaktivieren - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Tressel für Probebetrieb auf der linken Saar-Strecke

Konkrete Schritte zur Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf den Weg bringen

Als Reaktion auf die nicht vorankommende Debatte um Bahnstrecken-Reaktivierungen regt der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel vor dem Hintergrund der anstehenden Erhöhung der Bundesmittel für den Nahverkehr einen fünfjährigen Probebetrieb auf der linken Saar-Bahnstrecke an, um die zu erwartenden positiven Auswirkungen auf die Entwicklung der Region zu überprüfen. Die täglichen Staus auf der A620, die Klimakrise und ein Bewusstseinswandel für die Bedeutung der Schiene, rechtfertigten die probeweise Wiederaufnahme des Personenverkehrs nach dessen Einstellung in den 70er Jahren, so Tressel. Die linke Saar-Strecke biete sich dazu ideal an. Die Betriebsaufnahme könnte vergleichsweise kurzfristig und kostengünstig realisiert werden.

„Das Saartal zwischen Völklingen und Saarbrücken ist eine der Hauptverkehrsachsen im Saarland. Die täglichen Staus auf der A620 und der B51 machen mehr als deutlich, dass alternative Verkehrsmöglichkeiten in diesem Ballungsraum dringend notwendig sind. Während sich die Autos auf der Autobahn stauen, fährt auf der parallel verlaufenden Bahnstrecke links der Saar kein einziger Personenzug – dabei ist diese zweigleisig, elektrifiziert und vollständig in Betrieb. Eine Verkehrsverlagerung auf diese Bahnstrecke hat nur Vorteile: weniger Staus, mehr Mobilität, bessere Luft und effektiveren Klimaschutz“, sagt Markus Tressel MdB, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Um die möglichen positiven Auswirkungen auf die verkehrliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region durch die Wiederaufnahme des Personenverkehrs zu überprüfen, drängt Tressel auf einen fünfjährigen Probebetrieb. Tressel: „Ein Probebetrieb ist adäquates Mittel, um die Rentabilität der Strecke, wie auch die positiven Auswirkungen prüfen zu können. Wir brauchen endlich konkrete Schritte, um in der Reaktivierungs-Frage voranzukommen. Nur über Reaktivierungen zu reden, bringt noch keinen Zug auf die Schiene. Durch die Erhöhung der Regionalisierungsmittel zum kommenden Jahr, also der Bundeszuschüsse für das Land, um den Nahverkehr zu finanzieren, gibt es nun auch die entsprechenden finanziellen Spielräume.“

Verkehrsministerin Rehlinger müsse ein entsprechendes Betriebskonzept erarbeiten. Tressel: „Eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs könnte vergleichsweise zeitnah und kostengünstig erfolgen. Die Bahnstrecke ist vollständig in Betrieb, der Bahnhof Messegelände vorhanden und die Bahnhöfe Gersweiler und Fürstenhausen könnten durch mobile Behelfsbahnsteige, die auch bei Baustellen zum Einsatz kommen, nachgerüstet werden.“ Neue Züge seien nicht notwendig. „Manche Züge haben am Saarbrücker Hauptbahnhof eine Wendezeit von bis zu 40 Minuten, in der sie nur stehen. In dieser Zeit können sie auch problemlos bis nach Fürstenhausen und wieder zurück fahren. Hier müsste man lediglich den entsprechenden Verkehrsvertrag anpassen.“

Der Grünen-Politiker verweist auf weitere Rahmenbedingungen, die für eine Wiederaufnahme des Schienenverkehrs sprechen. Tressel: „Seit der Einstellung des Personenverkehrs in den 70er Jahren auf der Bahnstrecke hat sich das öffentliche Bewusstsein gewandelt. Heute ist es weitgehend unstreitig, dass eine Bahnanbindung für eine nachhaltige Regionalentwicklung wichtig ist. Gerade für die vom Strukturwandel gebeutelten Saarbrücker und Völklinger Stadtteile links der Saar eröffnen sich auch neue Entwicklungsperspektiven. Gersweiler, Ottenhausen und Fürstenhausen werden zum Wohnen attraktiver und die örtliche Wirtschaft kann nur profitieren. Zudem wird das geplante Gewerbegebiet am alten Messegelände mit an die Schiene angeschlossen.“