Lebensmittelverschwendung - Markus Tressel - Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/Die Grünen - Saarland

Tressel für verpflichtende Lebensmittel-Spenden

Landesregierung muss Blockadehaltung überdenken

Als Reaktion auf die Verfassungsbeschwerde gegen die Verurteilung wegen Diebstahls für das Sammeln weggeworfener Lebensmittel fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel, die Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren. Notwendig sei ein entsprechendes Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung nach dem Vorbild Frankreichs. Der Grünen-Politiker fordert diesbezüglich die Landesregierung auf, ihre Blockadehaltung gegen verpflichtende Lebensmittelspenden im Bundesrat dringend zu überdenken. Sichere Lebensmittel, deren Verkauf nicht mehr vorgesehen ist, dürften nicht auf den Müll landen, sondern müssten künftig verpflichtend an gemeinnützige Organisationen gespendet werden.

„Während jedem neunten Menschen nicht einmal die minimal erforderliche Nahrungsmenge zur Verfügung steht, landen bei uns immer noch Tonnen von Lebensmitteln auf dem Müll. Zugleich werden diejenigen, die genießbare Lebensmittel aus Abfallcontainern retten wollen, auch noch strafrechtlich verfolgt. Vor diesem Hintergrund irritiert es, dass die Landesregierung gesetzliche Regelungen gegen Lebensmittelverluste im Bundesrat einfach blockiert – und das gegen die Empfehlung des Verbraucherschutzausschusses“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Chef der Saar-Grünen.

Der Grünen-Politiker fordert eine gesetzliche Regelung gegen Lebensmittelverschwendung. Tressel: „Um die Lebensmittelverluste bis zum Jahr 2030 zu halbieren, führt kein Weg an einer gesetzlichen Regelung vorbei, wie dies in Frankreich und Tschechien bereits der Fall ist. Wir brauchen ein Gesetz gegen Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere Supermärkte müssen verpflichtet werden, nicht verkaufte, aber noch gute Lebensmittel kostenlos und allgemein zugänglich zur Verfügung zu stellen. Die Landesregierung muss ihre irritierende Blockadehaltung dringend überdenken und sich im Bundesrat dafür stark machen.“