Tressel kritisiert pauschale Beherbergungsverbote

Entwicklung ganzer Tourismusregionen in Gefahr

Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, kritisiert pauschale Beherbergungsverbote:

„Ein pauschales Beherbergungsverbot von Menschen aus Risikogebieten ist ein falsches Zeichen und enttäuschend für alle Beteiligten, die sich in den vergangenen Monaten selbst um wirksame Hygienekonzepte und einen auch im Hinblick auf die Pandemie verantwortungsbewussten Tourismus in den Regionen bemüht haben. Sowohl dem Bund als auch den Ländern muss seit Monaten klar gewesen sein, dass die Corona-Fallzahlen im Herbst wieder ansteigen werden. Es gab also genügend Zeit, um gangbare Lösungswege für den Tourismus in Zeiten einer Pandemie zu erarbeiten.

Dass statt differenzierter Regelungen pauschale Beherbergungsverbote erlassen werden, ist wenig nachvollziehbar und wird für zahlreiche Betriebe das Aus bedeuten. Damit geraten auch viele deutsche Urlaubsdestinationen in Gefahr. Weggebrochene Strukturen werden ihre Entwicklung hemmen. Auch aus der Sicht der Reisenden ist eine solch kurzfristige Entscheidung ernüchternd und bringt große Verunsicherung mit sich.

Wir brauchen deshalb jetzt umso dringender ein Expertengremium, das sich ernsthaft mit Alternativen und umsetzbaren Lösungsvorschlägen für einen Tourismus in Pandemiezeiten auseinandersetzt, ohne dabei die geltenden Hygienemaßnahmen zu vernachlässigen und für den Gesundheitsschutz aller Beteiligten zu sorgen. Darüber hinaus benötigen wir einheitlich messbare Standards und ein Indikatorensystem, das für alle nachvollziehbar ist und die Besonderheiten von Regionen berücksichtigt.“