Tressel: Sorge um Grundwasserneubildung

Verteilungskampf ums Wasser vorbeugen

Nachdem in der Kirkeler Gemeinderatssitzung bekannt wurde, dass bereits eine Verringerung der Grundwasserneubildung von 20 bis 30 Prozent zu einem Engpass bei der Neunkircher Trinkwasserversorgung führen könnte und demzufolge die Mineralwasserförderung in Kirkel eingeschränkt werden müsse, fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel ein Landesprogramm zur Grundwasserneubildung, um jetzt Vorsorge zu treffen. Zugleich warnt der Grünen-Politiker vor einem langfristigen Verteilungskampf ums Wasser. Die Trinkwasserversorgung und ein ausgeglichener Landschaftswasserhaushalt müssten Vorrang vor kommerziellen Interessen haben.

„Wie in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats Kirkel bekannt wurde, könnte bereits eine Verringerung der Grundwasserneubildung von 20 bis 30 Prozent im zu Neunkirchen gehörenden Mutterbachtal zwischen Kirkel und Eschweilerhof zu einem Engpass bei der Trinkwasserversorgung in Neunkirchen führen. Das sind die Werte, mit denen Experten auf Grund des Klimawandels und der zugenommenen Flächenversiegelung gegenüber der letzten Grundwasserneubildungsschätzung aus dem Jahr 1995 rechnen“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Vor diesem Hintergrund erschienen die Probebohrungen der zur Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) gehörenden Mitteldeutschen Erfrischungsgetränke (MEG) im Taubental in einem völlig neuen Licht. Tressel: „Die Mineralwasserbrunnen der MEG liegen im Mutterbachtal. Sollte es auf Grund des Klimawandels und der Flächenversiegelung wirklich zur Verringerung der Grundwasserneubildung kommen, hätte die MEG ein großes Problem, da die Trinkwasserversorgung von Neunkirchen vorrangig und eine Verlängerung der Wasserrechte über 2024 unsicher ist. Offenbar geht es nicht nur um eine Erweiterung der Mineralwasserförderung, sondern auch darum, die drohenden Einschränkungen im Mutterbachtal durch Mengen im Taubental auszugleichen. Hier liegen noch Förderkapazitäten“

Der Grünen-Politiker fordert die Landesregierung auf, ein Landesprogramm zur Grundwasserneubildung aufzulegen. Tressel: „Wir brauchen endlich eine fundierte Zahlengrundlage zur langfristigen Grundwasserneubildung in der Region. Jede Gefährdung der Trinkwasserversorgung, aber auch des Landschaftswasserhaushalts und damit des Kirkeler Waldes, muss ausgeschlossen werden. Zugleich gilt es mit einem Landesprogramm jetzt Vorsorge zu treffen, um die zu erwartende Verringerung der Grundwasserneubildung durch mehr Versickerungsmöglichkeiten auszugleichen. Die Trockenheit, die teilweise Austrocknung der Silbersandquelle und offizielle Zahlen aus Rheinland-Pfalz legen dies mehr als nahe.“