Urlauber*innen am Stand und im Meer.

TUI Soforthilfen: Mittelstand gleichermaßen fördern

Zu dem zweiten Hilfspaket der Bundesregierung für die TUI erklärt Markus Tressel MdB, Sprecher für Tourismuspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen:

„Es ist grundsätzlich erst einmal positiv zu bewerten, dass sich die Bundesregierung bemüht, mit einer zweiten Finanzspritze die Strukturen in der Touristik zu erhalten. Die Coronakrise hat aber viele Firmen und Unternehmen gebeutelt, auch wenn an einem exponierten Unternehmen wie der TUI viele Existenzen hängen.
Deshalb muss die Bundesregierung jetzt sehr genau hinschauen, wie und unter welchen Prämissen sie fördert. Es darf jetzt nicht zu einem Ungleichgewicht kommen. Die Bundesregierung muss darauf achten, dass sie den Konzern nicht einseitig bevorzugt. Die Tourismuswirtschaft ist vor allem mittelständisch geprägt. Viele kleine und mittelständische Unternehmen, die vor der Coronakrise gesund waren, müssen jetzt um ihre Existenz bangen. Wenn die Bundesregierung der TUI Soforthilfen zusagt, dann muss sie im gleichen Maß den Mittelstand unterstützen. Die Bundesregierung hält sich zum jetzigen Zeitpunkt die Option einer Firmenbeteiligung offen. Wenn es dazu kommen sollte, und der Bund bei der TUI einsteigt, dann dürfen sich solche Fehler wie bei der Lufthansa nicht wiederholen. Die Hilfsmittel müssen an die Einhaltung sozialer und ökonomischer Standards geknüpft werden. Die TUI muss nachhaltiger wirtschaften und das Unternehmen zukunftsfest aufstellen. Ob dafür das jetzige Milliardenpaket reicht, muss geprüft werden. Wichtig ist, dass die Hilfsgelder sinnvoll eingesetzt werden und nicht tröpfchenweise im Gießkannenprinzip erfolgen. Eine regelrechte Salamitaktik mit immer neuen Milliardentranchen wäre schwer vermittelbar, nicht nur bei den Steuerzahlern, sondern auch im Rest der Branche.“