Zweite-Welle-Vorsorge: Notfallreserve deutlich aufstocken

Tressel: Notwendige Maßnahmen nicht unnötig verzögern

Als Reaktion auf nur schleppend verlaufenden Vorbereitungen der Landesregierung auf eine mögliche zweite Corona-Welle fordert der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tressel die Warnungen von Fachleuten ernst zu nehmen und jetzt umfassende Vorsorge zu treffen. Tressel wirft Gesundheitsministerin Bachmann vor, durch die Einrichtung einer Expertenkommission wichtige Entscheidungen unnötigerweise zu verzögern. Das Ministerium müsse zu jeder Zeit fachlich selbst dazu in der Lage sein, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Notwendig sei es, die Notfallreserve für Schutzausrüstung deutlich aufzustocken und nicht alleine auf Lieferketten, die sich im Ernstfall als fragil gezeigt haben, zu vertrauen. Zudem müssten die Gesundheitsämter personell in die Lage versetzt werden, auch bei hohem Infektionsgeschehen noch Kontakte zurückverfolgen zu können.

„Niemand kann derzeit sicher sagen, ob die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat oder es im Herbst zu einer zweiten Welle kommt. Die Landesregierung ist in der Verantwortung alles zu unternehmen, dass wir in diesem Falle bestmöglich vorbereitet sind und aus den Erfahrungen des Frühjahrs lernen. Gesundheitsministerin Bachmann muss jetzt handeln, statt politische Verantwortung auf eine Expertenkommission abzuwälzen und Entscheidungen zu verzögern. Das Gesundheitsministerium sollte dazu -auch nach den Erfahrungen der letzten Wochen- fachlich in der Lage sein“, sagt Markus Tressel, Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Der Grünen-Politiker fordert die Aufstockung der landesweiten Notfallreserve für Schutzausrüstung und wichtiger Medikamente. Lediglich auf Lieferketten und Verträge zu vertrauen, greife zu kurz. Tressel: „Jetzt gilt es Vorsorge zu treffen, damit zu jeder Zeit ausreichend Schutzausrüstung und wichtige Medikamente vorhanden ist. Das Land muss ausreichend Notfallreserve beschaffen und einlagern, so dass Ärzte und Pfleger, aber auch alle weiteren systemrelevanten Berufsgruppen und die Hilfsorganisationen auch für eine größere zweite Welle versorgt sind.“

Zudem müssten die Gesundheitsämter in die Lage versetzt werden, eine zweite Corona-Welle zu meistern. Tressel: „Der Regionalverband und die Landkreise leisten mit ihren Gesundheitsämtern eine immens wichtige Arbeit, indem sie insbesondere Kontaktketten zurückzuverfolgen. Diese Arbeit ist personalintensiv und muss möglichst lange, also auch bei hohem Infektionsgeschehen, aufrechterhalten werden. Wir brauchen daher Personalpläne, um die Gesundheitsämter bei Bedarf kurzfristig mit anderen nicht systemrelevanten Bereichen des öffentlichen Dienstes entsprechend aufzustocken.“